Wart ihr glückliche Kinder?

Ich hatte zu 50% keine gute Kindheit. Aber das ist be- und verarbeitet.

Foto – © meine Mama (1971) – 761. Momentaufnahme – 23. September 2017

Die anderen 50% war ich ein zufriedenes Kind, was aus dem, was vorgegeben war, das Beste gemacht hat.

Ich hab Sandburgen gebaut, Brennnessel-Schlachten gewonnen, auf der Teppichstange geturnt, im Brunnentrog geplanscht, mit meiner gelben Elefantengiesskanne die Füße meiner Mutter neben dem Kinderbecken im Schwimmbad bespritzt, meinem Vater die Brotzeit in die Post gebracht, und in der Post mit dem Stempel Briefe abgestempelt…ich hatte Freunde, die mich einfach angenommen haben, wie ich war.

Und ich hatte einen mathematischen Bruder, der mich förderte, soviel er nur konnte. Und einen Bruder, der mir einen gelben Hubschrauber kaufte und einen kleinen Panzer der Bundeswehr mitbrachte. Und einen Bruder, bei dem ich bei seiner Polizeiparade zusehen durfte. Und eine Schwester, die mir ganz normale Kinderbücher schenkte, mit normalen Geschichten. Meine Mutter brachte mir a bissal Handarbeit bei und mein Vater gab mir Stifte und viel Papier zum Malen und baute mir ein Puppenhaus, zudem brachte er mir Bücher mit, wenn von er auf Schulungsreisen war.

Meine Zeugnisse wurden angenommen und ich wurde nie dafür bestraft, wenn ich mal ne vier hatte, was durchaus auch vorkam. Ich fing immer dann zum Lernen an, wenn es wichtig wurde.

Ich fühle mich nicht als Opfer meiner Hochbegabung und Sensibilität und Synästhesie. Meine Mutter fand es spannend, als ich mit der Blockflöte Lieder aus dem Radio nachspielte, weil ich die Farbreihenfolge wiedergab, die ich sah bei den Melodien.

Für mich war mein Vorname zitronengelb und der Dienstag auch und ich mochte diese Farbe nicht. Jetzt hab ich meinen zweiten Namen zum Vornamen und es ist okay, weil jetzt ist er sonnengelb, wie der Dienstagabend auch.

Meine Kindheit war vermutlich nicht die Beste, aber es war schön, abends in die Dusche gestellt zu werden und der halbe Sandkosten floss in den Abguss. Ich hab den ganzen Tag mit Freunden gespielt, mich durch den Dreck gewühlt und abends nach dem ‚Betthupferl‘ im Radio bin ich manchmal einfach nur glücklich eingeschlafen.

Wart ihr glückliche Kinder?

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Magie – magisch (27)

…im Moment ist immer wieder ein junger Mann mit seinem Schäferhund auf dem Marktplatz, der aus zwei dünnen Ästen und einem Stück Wolle sich etwas gebastelt hat, womit er vor allem Kindern, aber auch Erwachsenen ein Lächeln aufs Gesicht zaubert.

Seifenblasen hat etwas von Magie.

351. Momentaufnahme – 08. August 2016

352.  Momentaufnahme – 09. August 2016

 

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