2. LEKTION VON DEM BOARISCH, WIA I AUFGWACHSN BIN

Und weida gäits mit’m Boarischn… – Und weiter geht es mit dem Bairischen…

  • Manchmoi hots an oam Haus ganz väi Büxn ghabt. Übaroi san de Büxn ghängt. Und dabei ano rosa Schdrambler. Des wara Hinweis, dass ma a neigeborns Madl begriaßt. – Manchmal waren an einem Haus viele Büchsen (heutzutage nennt man sie ‚Dosen‘). Überall waren sie aufgehängt, und dabei waren auch noch rosa Strampelanzüge. Dies war ein Hinweis, dass ein neu geborenes  Mädchen begrüßt wird.
  • A Büx is oba a, a andas Woat fiara Gwahr. – Eine Büx ist aber auch ein anderes Wort für ein Gewehr.
  • Unta Dirredarre vaschdäit ma Gäid, …host koans, bist arm dro. – Unter ‚Dirredaree‘ versteht man Geld, hast du keins, bist du arm dran.
  • A Loab Brod is voam Oschnitt mit an Kreiz auf da Untaseidn gsegnet woan. – Ein Leib Brot wurde vor dem Anschnitt auf der Unterseite mit einem Kreuz gesegnet.
  • Des Scherzl is oans von de Soatnteile vom Brod, woma de Bämmalings ausser grom hot kenna. Des ham entweda de kloan Kinda griagt, oda de, de koane Zähn mehr ham. Scherzl säim hot ma dann soiba gessn. – Das „Scherzel“ ist eines der Seitenteile vom Brot, aus dem man die weichen Innereien herausholen konnte. Diese bekamen entweder die kleinen Kinder, oder die, die keine Zähne mehr hatten. Das Scherzel hat man dann selber gegessen. (Nur die weichen Innereien wurden verteilt.)
  • Mei Muadda hot gern mitm Hefedoag hantiad. Oft hots Hefeschneggn mit Budazuggaguß gem, oda Dampfnudln, oda aus da Rein Rohrnudeln, …wovors ma graust hot, war de griemme Doagsuppn. Oba de hots nua oamoi gem, hot koana gessn. Mei war de greislich. – Meine Mutter hat gerne mit Hefeteig hantiert. Oft gab es Hefeschnecken mit Puderzuckerguß, oder Dampfnudeln, oder aus der ‚Auflaufform‘ Rohrnudeln… wovor es mich ekelte, war die geriebene Teigsuppe. Aber die gab es nur einmal, hat keiner gegessen. Die war echt ekelig.
  • Bux, Kastn, Handdiache, Bodwanna, Ölofn, Boisdal, Boisdalsuppn, Foon, dreggat,… – Unterhose, Truhe, Handtuch, Badewanne, Ölofen, Kissen, Ravioli, Faden, dreckig,…
  • Da Butzhoddan is am Butzeima ghängt, und des Schaufal und Bäsal is drin gschdeckt. – Der Putzlumpen ist auf dem Putzeimer gelegt worden, und das Kehrblech mit dem Handfeger wurde im Eimer aufbewahrt.

So, jetzt gäi kocha. – So, jetzt gehe ich kochen.

Bis boid amoi… – Bis bald mal…

S’Luiserl