Milli hoin

I erinner mi, wia i mit meina Schwesta und dem zerboitn Millikandl (Muichkandl oda Mäichkanna) zum Baua gschiggt worrn san zum Milli (Muich oda Mäich) hoin.

Durchn Schnäi samma gstapft. I, de kaam drüba gschaut hot. Oba es war so schee.

Und i hob Angst ghabt vor dem riesn Hund, oba es war so schee, de neien Kaibe ozumschaun und der Schdoigeruch und dann a Hafal frisch gmoikde Milli zum dringa.

Und dann hamma de Milli zoit und ham zu zwoat des Kandl hoamgschleppt.

I bin in ana kloana Schdodt groß worrn und meine Oidan ham fünf Kinda groß zong, do is gschbarrt worrn. Und da Bauernhof war an hoibn Kilomdda weg… mittn zwischn da oidn und da neia Siedlung vo da Schdodt.

Mei Mama hot de obgschdandne Milli in ana Schüssl obschdäi lossn. A saubas Gschiahanddiache drüba und drin. Drauss is de Buddamilli worrn, und da Rahm und da Budda.

Des kenn i oba a no, wo i no kloana war, bis sieme oder achte. Dann is de Baiarin auf tragisch Weis umkemma und dann san meine Oidan auf Schachtlmilli umgschding. Hot a weng dauad, bis ma uns dro gwohnt ham.

Dann hots koan Rahm mea gem, und koa soiba gmachte Budda.

 

 

 

2. LEKTION VON DEM BOARISCH, WIA I AUFGWACHSN BIN

Und weida gäits mit’m Boarischn… – Und weiter geht es mit dem Bairischen…

  • Manchmoi hots an oam Haus ganz väi Büxn ghabt. Übaroi san de Büxn ghängt. Und dabei ano rosa Schdrambler. Des wara Hinweis, dass ma a neigeborns Madl begriaßt. – Manchmal waren an einem Haus viele Büchsen (heutzutage nennt man sie ‚Dosen‘). Überall waren sie aufgehängt, und dabei waren auch noch rosa Strampelanzüge. Dies war ein Hinweis, dass ein neu geborenes  Mädchen begrüßt wird.
  • A Büx is oba a, a andas Woat fiara Gwahr. – Eine Büx ist aber auch ein anderes Wort für ein Gewehr.
  • Unta Dirredarre vaschdäit ma Gäid, …host koans, bist arm dro. – Unter ‚Dirredaree‘ versteht man Geld, hast du keins, bist du arm dran.
  • A Loab Brod is voam Oschnitt mit an Kreiz auf da Untaseidn gsegnet woan. – Ein Leib Brot wurde vor dem Anschnitt auf der Unterseite mit einem Kreuz gesegnet.
  • Des Scherzl is oans von de Soatnteile vom Brod, woma de Bämmalings ausser grom hot kenna. Des ham entweda de kloan Kinda griagt, oda de, de koane Zähn mehr ham. Scherzl säim hot ma dann soiba gessn. – Das „Scherzel“ ist eines der Seitenteile vom Brot, aus dem man die weichen Innereien herausholen konnte. Diese bekamen entweder die kleinen Kinder, oder die, die keine Zähne mehr hatten. Das Scherzel hat man dann selber gegessen. (Nur die weichen Innereien wurden verteilt.)
  • Mei Muadda hot gern mitm Hefedoag hantiad. Oft hots Hefeschneggn mit Budazuggaguß gem, oda Dampfnudln, oda aus da Rein Rohrnudeln, …wovors ma graust hot, war de griemme Doagsuppn. Oba de hots nua oamoi gem, hot koana gessn. Mei war de greislich. – Meine Mutter hat gerne mit Hefeteig hantiert. Oft gab es Hefeschnecken mit Puderzuckerguß, oder Dampfnudeln, oder aus der ‚Auflaufform‘ Rohrnudeln… wovor es mich ekelte, war die geriebene Teigsuppe. Aber die gab es nur einmal, hat keiner gegessen. Die war echt ekelig.
  • Bux, Kastn, Handdiache, Bodwanna, Ölofn, Boisdal, Boisdalsuppn, Foon, dreggat,… – Unterhose, Truhe, Handtuch, Badewanne, Ölofen, Kissen, Ravioli, Faden, dreckig,…
  • Da Butzhoddan is am Butzeima ghängt, und des Schaufal und Bäsal is drin gschdeckt. – Der Putzlumpen ist auf dem Putzeimer gelegt worden, und das Kehrblech mit dem Handfeger wurde im Eimer aufbewahrt.

So, jetzt gäi kocha. – So, jetzt gehe ich kochen.

Bis boid amoi… – Bis bald mal…

S’Luiserl

 

1. Lektion von dem Boarisch, wia i aufgwachsn bin

Ois i no kloa wãr, is dahoam no richtig boarisch gredt woan – Als ich noch klein war, wurde daheim noch richtig Bairisch geredet.

Ich mecht oafach a bissal vo  de Wörta weida gem, de i vo kloa auf ken. – Ich möchte einfach ein bisschen die Wörter weiter geben, die ich von klein an kenne:

  1. I hob unta de Baam gschbuit – Ich habe unter den Bäumen gespielt
  2. De Sommarengpfützn warn oiwei bachalwarm – Die Pfützen vom Sommerregen waren immer angenehm warm.
  3. Mei Bãbba war a Bostler – Mein Vater war Postbeamter.
  4. Jedn Sunnomd homma olle ind‘ Bodwanna miassn. – Jeden Samstag mussten wir in die Badewanne.
  5. Wia ham liaba ned benzt, sunst häds scho moi a Watschn gem – Wir haben lieber nicht genörgelt, sonst hätte es schon mal eine Ohrfeige gegeben.
  6. In Oidedding schdäit de Schdiftskiach aufm Kabäinblotz, und do is a schwoaze Standua und om drauf is da Boandlgrama mit dæ Sensn. – In Altötting steht die Stiftskirche auf dem Kapellplatz, und in der ist eine schwarze Standuhr, und auf der ist der Tod (Figur) mit der Sense.
  7. Dahoam hots de Wörda gem, wia Barablü, Trodua, Plafo, Gogumma, Fotzmeihafal oda wia de Obabaian song ‚Schnoibehafal‘, Kandl (= Bitschn), Kanabäi, Milli (= Mäich oda Muich). – Zuhause gab es die Wörter, wie Regenschirm, Bürgersteig, Zimmerdecke, Gurke, Schnabeltasse bzw Schnabelkanne, Kanne, Couch bzw. Sofa, Milch.
  8. Des Botschampal is undam Bett gschdandn. – Der Nachttopf stand unter dem Bett (zu meiner Zeit hatten wir schon eine Toilette 😊)

So, jetzt leg i nachand mei Bruin ins Edwi und geh schloffa. – So jetzt lege ich meine Brille ins Etui und gehe schlafen….

Bis boid amoi… – Bis bald mal…

S’Luiserl