Am Sonntag

© Julie May – 783. Momentaufnahme – 15. Oktober 2017

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1. Lektion von dem Boarisch, wia i aufgwachsn bin

Ois i no kloa wãr, is dahoam no richtig boarisch gredt woan – Als ich noch klein war, wurde daheim noch richtig Bairisch geredet.

Ich mecht oafach a bissal vo  de Wörta weida gem, de i vo kloa auf ken. – Ich möchte einfach ein bisschen die Wörter weiter geben, die ich von klein an kenne:

  1. I hob unta de Baam gschbuit – Ich habe unter den Bäumen gespielt
  2. De Sommarengpfützn warn oiwei bachalwarm – Die Pfützen vom Sommerregen waren immer angenehm warm.
  3. Mei Bãbba war a Bostler – Mein Vater war Postbeamter.
  4. Jedn Sunnomd homma olle ind‘ Bodwanna miassn. – Jeden Samstag mussten wir in die Badewanne.
  5. Wia ham liaba ned benzt, sunst häds scho moi a Watschn gem – Wir haben lieber nicht genörgelt, sonst hätte es schon mal eine Ohrfeige gegeben.
  6. In Oidedding schdäit de Schdiftskiach aufm Kabäinblotz, und do is a schwoaze Standua und om drauf is da Boandlgrama mit dæ Sensn. – In Altötting steht die Stiftskirche auf dem Kapellplatz, und in der ist eine schwarze Standuhr, und auf der ist der Tod (Figur) mit der Sense.
  7. Dahoam hots de Wörda gem, wia Barablü, Trodua, Plafo, Gogumma, Fotzmeihafal oda wia de Obabaian song ‚Schnoibehafal‘, Kandl (= Bitschn), Kanabäi, Milli (= Mäich oda Muich). – Zuhause gab es die Wörter, wie Regenschirm, Bürgersteig, Zimmerdecke, Gurke, Schnabeltasse bzw Schnabelkanne, Kanne, Couch bzw. Sofa, Milch.
  8. Des Botschampal is undam Bett gschdandn. – Der Nachttopf stand unter dem Bett (zu meiner Zeit hatten wir schon eine Toilette 😊)

So, jetzt leg i nachand mei Bruin ins Edwi und geh schloffa. – So jetzt lege ich meine Brille ins Etui und gehe schlafen….

Bis boid amoi… – Bis bald mal…

S’Luiserl